Warum die Größe wichtig ist
Ein QR-Code unter der Mindestgröße für seinen geplanten Scanabstand scannt schlecht oder gar nicht. Kameras können nicht genug Detail auflösen, wenn die einzelnen Quadrate im Code kleiner werden als was der Sensor scharf darstellen kann. Das Ergebnis ist ein Fehlschlag bei der Lesung, auch wenn der Code technisch korrekt generiert wurde.
Die Mindestgröße wird durch zwei Faktoren bestimmt: Scanabstand (wie weit der Nutzer vom Code entfernt ist) und Fehlerkorrekturlevel (höhere Fehlerkorrektur fügt mehr Daten hinzu und macht die Module — die kleinen Quadrate — kleiner).
Faustregeln für die Druckgröße
Diese Richtwerte gelten für typische Smartphone-Kameras beim Scannen ohne Zoom:
| Scanabstand | Mindestcode-Breite | |---|---| | 20–30 cm (Tisch, Tischtuch) | 25–35 mm | | 40–60 cm (normales Tischsitzen) | 35–50 mm | | 80–100 cm (Wandschild, Stehpult) | 70–90 mm | | 1–2 m (Ladenschild, Poster) | 100–150 mm | | 3–5 m (Schaufenster, Plakatwand) | 200 mm+ |
Diese Zahlen gehen von schwarzen Modulen auf weißem Hintergrund, guten Lichtverhältnissen und modernen Smartphones aus. Bei schlechten Lichtverhältnissen, dünnen Rahmen oder kompakten Codes füge 20–30 % zur Mindestgröße hinzu.
Fehlerkorrektur und Moduldichte
Fehlerkorrektur L generiert den lockersten Code — die Module sind am größten und lassen sich am weitesten weg scannen. Fehlerkorrektur H generiert den dichtesten Code mit den kleinsten Modulen, der bei gleicher Druckgröße einen kürzeren Scanabstand erfordert.
Wenn du H-Fehlerkorrektur verwendest (normalerweise weil du ein Logo im Zentrum platzierst), erhöhe die Druckgröße um 20–25 % gegenüber einem M-Code für den gleichen Abstand.
Ruhezone: der weiße Rand
Jeder QR-Code benötigt eine freie Randzone — auch Ruhezone genannt — um ihn herum. Diese Zone beträgt mindestens 4 Module breit auf allen Seiten. Wenn du den Code beschneide oder nahe an einen Rand des Drucks platzierst, verlierst du die Ruhezone und die Scan-Zuverlässigkeit leidet.
Lass im Design immer Platz um den Code. Wenn dein Layout eng ist, verwende den QR-Ruhezonen-Prüfer, um sicherzugehen, dass genug freier Rand vorhanden ist.
Den Druckgrößen-Prüfer verwenden
Der QR-Druckgrößen-Prüfer ermöglicht es dir, ein Bild deines generierten Codes hochzuladen und deinen geplanten Scanabstand einzugeben. Er berechnet die Mindestbreite basierend auf der Modulanzahl deines spezifischen Codes — exakter als allgemeine Faustregeln, die nicht die Datendichte kennen.
Verwende diesen Prüfer immer vor dem Drucken einer großen Auflage. Eine gedruckte Charge mit zu kleinen Codes ist teure Verschwendung.
URL-Länge und Codedichte
Je mehr Daten kodiert sind, desto mehr Module enthält der Code und desto dichter wird er. Ein kurzer URL wie example.de/m erzeugt einen viel lockereren, leichter zu scannenden Code als example.de/menu-sommerangebote-2024-all-items. Wenn du Kontrolle über die Speisekarten-URL hast, halte sie so kurz wie möglich.
URL-Shortener können helfen, erzeugen aber eine Abhängigkeit von einem Drittanbieter-Service. Wenn dieser ausfällt, werden alle deine QR-Codes unbrauchbar. Kurze, stabile URLs auf deiner eigenen Domain sind die bessere Langzeitstrategie.
Auflösung für digitale Verwendung
Für QR-Codes, die auf Bildschirmen angezeigt werden (Präsentationen, Websites, digitale Signaturen), empfiehl ein Bild von mindestens 500 × 500 px für typische Bildschirmgrößen. Für 4K-Displays oder hochdichte Bildschirme verwende 1000 × 1000 px oder lade das SVG und lass den Browser skalieren.
SVG-Dateien skalieren verlustfrei, daher sind sie immer die erste Wahl für Druck und digitale Anzeige bei variabler Größe.
Testen mit endgültiger Druckgröße
Drucke immer einen Testdruck in der endgültigen Größe aus und teste ihn aus der tatsächlichen geplanten Scanentfernung — in den echten Lichtverhältnissen, unter denen er verwendet wird. Bürolicht und Restaurantabendlicht können sich drastisch unterscheiden. Was bei 300 Lux sauber scannt, kann bei 50 Lux kämpfen.
Wenn Tests auf einem bestimmten Telefon fehlschlagen, prüfe mit einem anderen. Ältere Geräte mit schwächeren Kameras haben kleinere Toleranzen. Wenn du eine gemischte Nutzergruppe erwartest, entscheide dich für die großzügigere Größe.