Wann du einen Barcode auf deiner Produktetikette benötigst
Nicht jedes handgemachte Produkt benötigt einen Barcode. Wenn du direkt an Verbraucher verkaufst — auf einem Markt, in deinem eigenen Webshop oder persönlich — ist ein Barcode optional. Er wird eine Anforderung, wenn du:
- Produkte an einen Einzelhändler oder ein Geschäft lieferst, das ein POS-System verwendet
- Auf Amazon oder anderen Marktplätzen listest, die einen GTIN (Global Trade Item Number) erfordern
- Mit einem Lager- oder Fulfillment-Service arbeitest, der Barcodes für das Inventar-Tracking verwendet
Wenn du auf einem Wochenmarkt verkaufst: kein Barcode notwendig. Wenn du an ein kleines Café oder Boutique-Geschäft lieferst: frage ihrem Besitzer — einige verwenden manuelle Systeme ohne Scanner; andere haben ein Kassensystem, das einen Barcode braucht.
Die Nummernstruktur
Ein Barcode ist nur eine visuelle Darstellung einer Zahl. Die Zahl selbst ist die Produktnummer — normalerweise eine EAN-13 oder UPC-A für Einzelhandelsprodukte.
Diese Nummern werden durch das GS1-System zugewiesen. In Deutschland erhältst du eine Unternehmenspräfix über GS1 Germany, aus der du individuelle Produktnummern erstellst. Das ist die offizielle Route für Produkte, die in deutschen Einzelhandelskanälen erscheinen.
Für sehr kleine Handmade-Produzenten, die nur mit ein paar lokalen Geschäften arbeiten, stimmen manche Händler internen Nummernsystemen zu — besprich das mit dem Einzelhändler, bevor du Barcodes druckst.
Den Barcode generieren
Verwende den EAN-13-Generator. Gib deine 12-stellige Basis-Nummer ein (ohne Prüfziffer) — das Tool berechnet die 13. Ziffer automatisch. Lade als SVG herunter.
SVG ist das richtige Format für Druckanwendungen: Es ist ein Vektorbild, das verlustfrei auf jede Größe skaliert. PNG funktioniert auch, wenn es mit ausreichend hoher Auflösung (mindestens 300 dpi bei Druckgröße) exportiert wird.
Mindestgröße und Platzierung
Die GS1-Standardgröße für EAN-13 bei Einzelhandels-POS-Scannen beträgt 37,29 mm (Breite) × 26,26 mm (Höhe) bei 100 % Vergrößerung. Der minimale zulässige Maßstab für Einzelhandelsetiketten beträgt 80 % — das ergibt etwa 29,8 × 21 mm.
Für handgemachte Produkte, die du selbst etikettierst und direkt lieferst, ohne maschinellen Großhandels-Scan, kannst du den Barcode kleiner machen, solange er von einem mobilen Scanner oder einer Kassenpistole aus kurzer Entfernung gescannt werden kann. Verwende 25–30 mm als praktisches Minimum.
Platziere den Barcode auf einer flachen, nicht verzerrten Fläche des Etiketts. Vermeide es, ihn um Kanten zu wickeln oder auf gewellten oder strukturierten Oberflächen zu platzieren — Scanner können kerrundete oder verzerrte Codes lesen.
Etikettengestaltung mit Barcode
Wenn du dein Etikett in einem Design-Programm (Canva, Adobe Illustrator, Affinity Designer) erstellst:
- Generiere den Barcode als SVG aus dem Generator
- Importiere die SVG-Datei in deine Design-App
- Skaliere ihn auf die Zieltgröße, während du das Seitenverhältnis beibehältst — Barcodes dürfen nicht horizontal oder vertikal gestreckt werden
- Platziere ihn auf einem hellen, ruhigen Bereich des Etiketts
- Stelle sicher, dass eine klare Randzone (mindestens 2–3 mm Leerraum) auf beiden Seiten des Barcodes vorhanden ist
Strecke den Barcode niemals. Ein gestreckter Barcode wird als falsche Nummer gelesen oder gar nicht gelesen.
Testen vor dem Produzieren
Drucke ein Etikett in endgültiger Größe aus und teste mit einem Barcode-Scanner (eine Smartphone-Barcode-Scanner-App reicht). Bestätige, dass der Scan die korrekte Nummer zurückgibt. Wenn der Händler ein spezifisches POS-System verwendet, frage ihn, ob du einen Test-Scan dort vor der Serienproduktion durchführen kannst.
Häufige Probleme beim Testen:
- Zu kleiner Barcode für die Druckauflösung — vergrößern
- Kontrast zu gering, wenn Etikettenfarbe zu dunkel — wechsle zu hellerer Hintergrundfarbe im Barcode-Bereich
- Barcode durch Faltung oder Schnittlinie unterbrochen — neu positionieren